DER WEINBERG

Herstellungsort

Kontrollierte Herkunftsbezeichnung: Lavaux;

Herstellungsorte: Villette und Epesses.

Klima

Die geringe Höhenlage der Parzellen (max. 450m), die Neigung der Hänge und die Ausrichtung von Süden nach Südwesten schaffen die sehr guten Bedingungen zum Rebenwuchs. Der Einfluss des Genfersees auf das Klima des Lavaux ist von entscheidender Bedeutung. Die Region profitiert von − wie man es hier nennt − «drei Sonnen»: von der Sonne selber, von der Spiegelung ihrer Strahlen durch den See sowie von der von den Mauern der Weinberge tagsüber absorbierten Wärme, die nachts an die Pflanzen abgegeben wird.

 

Boden

Die Hanglage des Lavaux wurde massgeblich von Gletschern geformt. Der Untergrund des Weinguts besteht aus kompakten Moräneschichten, die auf der darunter liegenden Molasse (Muttergestein) lagern. Die Böden sind kalkhaltig, von mittelmässiger Konsistenz mit geringem Kiesanteil. Die Bodentiefe variiert je nach Abschnitt und kann von einigen Dutzend Zentimetern bis zu mehreren Metern reichen.

Die Fruchtbarkeit ist wie bei allen für den Weinanbau geeigneten Böden mässig ausgeprägt; sie garantiert ein gutes, aber kein übermässiges Wachstum der Reben. Entsprechend verhält es sich mit dem Wasserhaushalt: Im Untergrund sind Wasserreserven vorhanden, die jedoch nicht gross genug sind, um die Anreicherung der Trauben mit Zucker und aromatischen Verbindungen zu beeinträchtigen.

 

Anbau Die Rebstöcke werden auf Drahtrahmen gezogen, der Abstand zwischen den Rebstockreihen beträgt ca. 1,60 Meter. Diese Bewirtschaftung stellt einen idealen Kompromiss dar, der eine optimale Qualität gewährleistet und gleichzeitig die Arbeit im Weinberg vereinfacht.

Die Beschaffenheit des Geländes erlaubt den Einsatz von Traktoren nicht; ein Grossteil der Arbeiten wird von Hand ausgeführt. Allerdings ermöglichen leichte Raupenfahrzeuge, die mit verschiedenen Werkzeugen ausgestattet sind, die Mechanisierung bestimmter Arbeitsschritte.

Rebsorten für Weisswein

Chasselas

Die Chasselas-Rebe ist zweifellos die Königin unter den Reben des Lavaux, auf dessen steil abfallenden, der Sonne zugewandten Hängen sie ihr ideales Terrain gefunden hat. Obwohl sich ihr Name selten auf einer Weinetikette findet, ist sie doch Bestandteil aller im Waadtland produzierten Weissweine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung, deren einzelne Rebsorten nicht angegeben werden. Im Wallis erhält sie den Namen Fendant.

Es handelt sich hierbei um eine eher früh reifende Sorte von mittlerem Wuchs, die grosse Trauben ergibt, die ansprechend golden schimmern, wenn die Zeit der Lese näherkommt. Solange die Erträge entsprechend begrenzt werden, ergeben diese Trauben einen Weisswein von grosser Finesse. Er ist Ausdruck des Terroirs, das ihn erzeugt; zuweilen ist sein Aroma delikat und blumig, dann wieder eher mineralisch und fruchtig.

 

Doral

Die 1965 an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Changins entwickelte weisse Rebsorte Doral entstand aus einer Kreuzung der Chasselas- und der Chardonnay-Rebe. Sie wird daher ausschliesslich in den Schweizer Kantonen Waadt (5 Hektar) und Tessin (2,5 Hektar) angebaut. Doral ist eine früh reifende Rebsorte (sie reift noch vor dem Chasselas) und führt zu leicht aromatischen und vollmundigen Weinen, die sich durchaus eine Zeitlang lagern lassen.

 

Muscat Oliver

Diese Muskatsorte stammt aus Ungarn. Sie ist kraftvoll und recht ergiebig und unterscheidet sich von den normalerweise in der Schweiz angebauten Muskattrauben durch ihre frühe Reife. Ihre Beeren lassen sich auch sehr gut als Tafeltrauben konsumieren. Die mit Muscat Oliver erzeugten Weine zeichnen sich durch ein sehr intensives Aroma sowie eine gewisse Moschusnote aus.

Rebsorten für Rotwein

Pinot Noir (Blauburgunder)

Diese Rebsorte wurde möglicherweise bereits von den Römern selektiert und angebaut. Aufgrund des Renommees der grossen Burgunderlagen hat die Zahl der Anbauflächen dieser Traube in allen weinproduzierenden Ländern stark zugenommen. In der Schweiz trifft man den Pinot Noir in fast allen Weinbergen an (erste Schweizer Rebsorte seit 2005). Der Name «Pinot» soll von «pin», dem französischen Wort für «Fichte» stammen, da die klassische Form der Blauburgunder-Trauben an einen Tannenzapfen erinnert.

Der Pinot Noir zeigt je nach Klon eine grosse Variationsbreite in seinem Charakter. In Bezug auf die Weinbereitung ist die Rebsorte recht anspruchsvoll. Pinot Noir-Weine zeichnen sich durch eine mässig intensive Farbe, das feine, rassige Aroma roter Früchte und einen gut strukturierten Eingang aus. Werden die Trauben zu Rosé-Wein verarbeitet, nennt man ihn «œil-de-perdrix» (Hühnerauge).

Die im Weingut Berthet kultivierten Klone entsprechen den Typen «Burgund» und «Cortaillod» (9-18).

 

Plant Robert

Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass Plant Robert keine eigenständige Rebsorte ist, sondern eine qualitativ hohe Selektion der Sorte Gamay. Die Reben Plant Robert werden ausschliesslich im Lavaux zwischen den Dörfern Cully und Epesses angebaut, wo die aus dieser Rebsorte produzierten Weine auch Plant Robaz bzw. Plant Rebez genannt werden. Alle Pfröpflinge sind jedoch aus derselben Selektion hervorgegangen, die in den sechziger Jahren von einem Winzer dieser Gegend vorgenommen wurde. Die Weine sind in der Regel spritzig, mit ausdrucksvollen Aromen, die zuweilen an Veilchen erinnern und dann wieder eine dunkelfruchtige und leicht würzige Note aufweisen.

 

Galotta

Die Galotta-Rebsorte wurde 1981 an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau in Changins gezüchtet und ging aus einer Kreuzung der Ancellotta- mit der Gamay-Traube hervor. Diese mittelfrüh reifende Sorte besitzt trotz der relativen Kompaktheit ihrer Beeren eine erstaunliche Resistenz gegen Fäulnis, die den Einsatz von Chemikalien überflüssig macht und eine spätere Lese zu einem Zeitpunkt ermöglicht, in der die Trauben ihre optimale Reife erreicht haben. Solange die Erträge begrenzt werden, ergeben sich aus der Galotta-Rebe überaus farbenprächtige und vollmundige Weine mit einem hohen Gehalt an qualitativ guten Tanninen und filigranem Bouquet.

 

Saint-Laurent

Saint-Laurent ist eine wenig verbreitete Rebsorte (man findet sie vorwiegend in Österreich und Deutschland). Ihre genaue Herkunft ist nicht vollkommen geklärt; man nimmt an, dass es sich dabei um eine Variation des Pinot Noir handelt. Wie auch immer – die Rebsorte ist von hoher Qualität. Wegen ihrer relative frühen Reife stellt sie keine grossen Ansprüche an ihren Standort. Die Beeren besitzen eine relativ dicke Haut, was ihnen eine gute Resistenz gegen Fäulnis verleiht. Diese Eigenschaft erlaubt eine späte Ernte, was wiederum zu einer Reduktion der Säurewerte führt, die in der Regel zwei bis drei Gramm pro Liter über denjenigen eines Pinot Noir liegen. Saint-Laurent-Weine sind im Allgemeinen von intensiver Farbe, samtig mit einem fruchtigen Bouquet, das zuweilen an die Weine aus dem Burgund erinnert.

© 2017 Laurent Berthet - Notre vigne, votre plaisir